Todeszone Zebrastreifen

Man könnte meinen, Zebrastreifen auf Malta sind ein ebensolches Neuland wie das Internet für die deutsche Bundesregierung. Sie existieren schon seit langer Zeit, aber es schert sich niemand darum.

Krasser ausgedrückt: Zebrastreifen auf Malta sind eine Todeszone.

Steht man am Straßenrand und wartet darauf, dass jemand anhält, sind die drei häufigsten Szenarien diese:

  1. Niemand hält an, und man muss warten, bis alle Autos vorbeigezischt sind (in der allmorgendlichen Hauptverkehrszeit kann das schon einmal länger dauern).
  2. Eine Seite hält an, aber die andere Seite rast ungebremst über den Zebrastreifen. Wenn man also nicht das Unmögliche erwartet, ist das Leben im hiesigen Straßenverkehr kurz.
  3. Man erwischt eine Lücke und überquert die Straße rennend, wobei man von heranrasenden Autos auch noch angehupt und aus den Fenstern heraus angebrüllt wird.

Wie es auch ausgeht – der schwächere Verkehrsteilnehmer ist immer der Fußgänger. Es riecht hier alles ein wenig nach Faustrecht.

Weitere „Regeln“ im Straßenverkehr:

  • Vorfahrt wird erzwungen
  • Hupen ist das allgemein akzeptierte Zaubermittel, um alle Hindernisse zu beseitigen (ich nenne es das „magic button syndrome“)
  • in zweiter Reihe zu parken ist zwar illegal, wird aber trotzdem exzessiv praktiziert
  • Stoppschilder werden meist ignoriert
  • 80% der abbiegenden Autos nutzen den Blinker nicht
  • 20% der geradeausfahrenden Autos haben den Blinker an

Kürzlich wurde ich in einem Taxi übrigens Zeuge, wie der Fahrer beim Einsteigen den Sicherheitsgurt um den Fahrersitz wickelte und sich draufsetzte. Den Gurt steckte er dann in den Verschluss, damit das lästige Alarmklingeln des Sicherheitssystems aufhörte.

Aber das ist eine andere Geschichte.

An dieser Stelle sammele ich alle Schnappschüsse von auffälligen Zebrastreifen-Situationen, denen ich in Malta begegnet bin. Feel the madness.