Meine Mutter rief am 8. Dezember an und fragte, ob das Nikolauspäckchen schon angekommen sei. Sie habe es Ende November verschickt.
Es war schon kein gutes Omen, als sie das Päckchen in der Annahmestelle in einem Geschäft aufgab (das Postamt wurde in Bad Essen schon vor Jahren wegrationalisiert).
Die Verkäuferin wunderte sich kurz, wo denn Malta sei. Das alleine wäre nicht so schlimm gewesen, denn das wussten wir früher fast alle nicht.
Aber auf die Frage meiner Mutter: “Sie wissen schon, dass das immer per Luftpost transportiert wird?“, zuckte sie nur unbewegt mit der Schulter.
Von da an begann eine Odysee mit DHL. Meine Nachforschungen bei DHL Deutschland ergaben nichts. Man wusste nicht, wo das Päckchen war (oder wollte es mir nicht sagen). Für Anfragen bei DHL in Malta galt sowieso: in Malta weiß man nie etwas.
Irgendwann wurde es mir zu bunt, und ich ging ich mit meiner Sendungsnummer zu DHL Malta.
Während meiner Wartezeit im Kundenbereich, hörte man aus der benachbarten Pakete-Abfertigungshalle ein Geschrei wie aus einem Affenkäfig im Zoo. Das ließ nichts Gutes erwarten. Und tatsächlich blieb meine Vor-Ort-Recherche ergebnislos.
Nun ja. Vielleicht finde ich ja zu Weihnachten heraus, was passiert ist.
UPDATE 01.01.2018: Das Päckchen kam mit etwa einmonatiger Verspätung an. Die elektronische Bedruckung über dem Adressfeld besagt unter anderem: „Abholung in Radefeld am 22.12.2017“
Das heißt: Das Päckchen lag etwa einen Monat lang in Radefeld herum, bis sich jemand dazu herabließ, es weiterzutransportieren.
Servicewüste Deutschland. Vielleicht sollte man gewisse „Dienstleistungen“ nur noch mit Falschgeld bezahlen.