INDEPENCENE DAY!!!
Was für ein Tag — heute vor 43 Jahren wurde Malta unabhängig. Wurde ja auch langsam Zeit. Vom Zankapfel zwischen Römern und Puniern, Arabern, Normannen, Stauffern, Kreuzrittern, Franzosen und Engländern (nur um die wichtigen zu nennen), war dieses Archipel endlich selbständig.
Aber offensichtlich sind knapp 40 Jahre echte Unabhängigkeit genug. Jedenfalls war die Regierung mit sich selbst einig, der EU beizutreten. Und so ist Malta seit 1. Mai 2004 EU-Mitlied. Am Eingangstor zu Valletta hängt sogar eine Countdown-Uhr, die die Tage, Stunden und Minuten bis zur Einführung des Euro runterzählt! Tja, viel Spaß damit.
Da an diesem Unabhängigkeitstag außer fast allen Läden auch die Uni geschlossen ist, plane ich, mich in Valletta etwas umzusehen und die Gegend um Pieta und Floriana zu erkunden. Bevor ich an diesem Tag aufbreche, erreicht mich noch ein Anruf von Flavia, einer der Studentinnen, die uns Maltesischinteressierten vor 5 Jahren so geduldig Sprachunterricht gaben. Wir verabreden uns für den Abend, um wieder Maltesisch zu üben. Wenigstes ein bißchen.
Wenig später bin ich bereits in Valletta und schiebe mich mit den Touristenmassen durch die Straßen. Passantenslalom sollte olympische Disziplin werden! Und so fliehe ich in einen Royalistenclub, der auch für Nichtmalteser offen ist, trinke ein Cisk (ein maltesisches Bier) und bearbeite mit einem seeeehr langsamen Computer den Blogeintrag für den 20.
Danach fahre ich mit dem Bus ein paar Stationen bis nach Floriana. Auf dem Weg liegt ein alter Friedhof, den ich mir mal aus der Nähe ansehen will. Leider ist er geschlossen. Aber auch so sieht er beeindruckend aus. Interressant ist, daß viele der Kreuze Iren zu gehören scheinen. Tatsächlich erzählt mir Flavia später, daß es ein alter britischer Soldatenfriedhof ist. Vor dem Haupteingang sitzt eine größere Gruppe heimatloser Katzen. Die meisten fressen im Hintergrund, während mich zwei andere kritisch beobachten. Offenbar die Wachsoldaten des Rudels. Und so gehe ich ein paar Hundert Meter weiter zu einem der Nebentore. Bloß keinen Kampf vom Zaun brechen…
Abends Treffen mit Flavia, ihrem Freund Rafael und mit Michael und Laura. Letztere sind aus Australien und sprechen daher die australische Variante: Maltraljan. Schon das soll mir Motivation genug sein, eines Tages fließend in Maltesisch zu werden. Dann kann ich mich auch damit näher auseinandersetzen. Von „fließend“ bin ich aber an diesem Abend noch Lichtjahre entfernt. Es sind vor allem: Vokabeln, Vokabeln, Vokabeln! Und so schalten wir an diesem Abend ständig zwischen Englisch und Maltesisch hin und her. Das tut der guten Stimmung aber keinen Abbruch.
Und wieder geht ein Tag auf Malta zuende. Es wird Zeit, produktiv zu werden!
— FORTSETZUNG FOLGT —
Ein Gedanke zu „Independence Day! (21.09.07)“
Hallo Jan.
Herzliche Grüße nach Malta! Deine Berichte lesen sich wirklich wunderbar und helfen mir gerade etwas, das immense Umzugschaos zu vergessen. 😉 Heute muss ich Arbeitsplatten im Keller einölen, schön ist es da, sich ein wenig nach Malta zu träumen!
Weiterhin viel Erfolg!
Kristine
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