Eines Morgens gehe ich zur Arbeit und werde ungefähr auf halber Strecke vom Regen überrascht.
Binnen Sekunden verwandeln sich die abschüssige Straße und die angrenzenden Gehsteige in reißende Flüsse, die Schuhe laufen voll, und die schweren Regentropfen durchnässen mich bis auf die Knochen.
An der nächsten Straßenecke finde ich Zuflucht unter der Markise eines kleinen Ladens. Dort will ich warten, bis der Regen so weit nachlässt, dass ich weitergehen kann. Schon bald stehen zwei weitere arme Gestalten neben mir unter der Markise. Keine fünf Minuten später kommt die Besitzerin des Ladens heraus und will uns wegscheuchen. Wir versperrten ihr den Eingang, so dass keine Kunden in ihr Geschäft kämen.
Wir schauen uns an und schauen auf die Straße. Es ist kaum jemand unterwegs. Und in den letzten 20 Minuten wollte auch niemand in den Laden kommen. Ob wir nun hierstehen oder nicht, macht keinen Unterschied. Das will die gute Frau aber nicht gelten lassen. „Jiena mhux umbrella, ta!“ („Ich bin kein Regenschirm, ey!“).
Und für einen Moment denke ich mir, dass auf einer kleinen, überbevölkerten Insel eben nur die erfolgreich sein können, die sich selbst am nächsten sind.