Angekommen (18.09.07)

Geschafft! Ich sitze nun auf Malta, genauer: auf „meinem“ Bett in einer Wohnung in San Ġwann, und tippe diese Zeilen offline…
Bereits seit 34 Stunden bin ich nun schon auf – und habe bis zum heutigen Dienstagnachmittag schon einige Hürden genommen.

  • Der gestrige Montag verschwimmt zu einer einzigen Checkliste.
  • Bewerbungsgespräch um 8h
  • Workshop mit Geoinformatikern zwischen 11h und 15h
  • Endgültiges Abschließen des ILIAS-Lehwerks
  • Einkaufen
  • Koffer packen
  • den Nachtzug zum Flughafen nehmen

Die Checkliste verschwimmt zum Dienstag… Sitze ab halb fünf Uhr morgens im betriebsamen Terminal B des Flughafens Köln-Bonn. Kämpfe gegen Sekundenschlaf und Durst, trinke dann aber doch einen Kaffee von der Bäckerei. Zumindest dem Sekundenschlaf habe ich es für die nächsten 10 Minuten gezeigt.
Keine Getränkeautomaten, dafür jede Menge geschlossene Cafés und Zigarettenautomaten.

Der Terminal startet endlich um 7.35. Den für seine lächerlichen 14 kg erstaunlich schwere Koffer (bin aus dem Training!) wuchte ich gegen 8 aufs Fließband. Dann schnurstracks zu den Sicherheitskontrollen, einen halben Striptease hingelegt, anschließend meine tausend Sachen zusammengesucht und einen doppelten Espresso hinuntergekippt. Trotzdem Sekundenschlaf.

9.05h: Eine reisewillige Menschenschlange mit viel jugendlichem Partymobanteil steht vor der Pforte zum Shuttle. Die öffnet sich aber nicht. Stattdessen verstreicht quälend langsam die Zeit bis zum geplanten Abflug (9.35h), ohne daß uns auch nur eine Durchsage über die genauen Umstände aufklärt. Dafür hören wir aber gefühlte dreihundertmal, daß wir aus Sicherheitsgründen unsere Gepäckstücke nicht aus den Augen lassen sollen. Der Partymob wird unruhig und schiebt sich seitlich in die wartende Schlange hinein. Das Verb „sich anstellen“ kennt man nur als Synonym von „sich aufregen“.

9.36h: Der Abflug wird auf 10.10h verlegt, mit dem Hinweis, daß sich das Flugpersonal verspätet habe. Irres Kichern, unartikuliertes Grunzen und erstes Schubsen im Mob.

9.48: Die vor einer halben Stunde per Durchsage verordnete Prozedur, die Passagiere mit den Nummern 1-80 mögen doch bitte zuerst vortreten, scheitert an den Nummern 81 aufwärts, die wie eine riesige Thrombose die vorderen Ränge verstopft. Spätestens jetzt wird mir klar, warum man in diesem Sektor keine Waffen haben darf. Mir wird heiß, und mein linkes Augenlid zuckt unkontrolliert.

9.51: Oh Wunder! Die Masse schafft es doch durchs Nadelöhr in die Shuttlebusse und wird ins Flugzeug bugsiert. Die nächsten 23 Minuten sitzen wir auf unseren Plätzen und beobachten gebannt, wie es aussieht, wenn sich trotz fröhlich angeregter Unterhaltung des Personals nichts tut.

10.14: Liftoff. Sekundenschlaf. Wolken. Sekundenschlaf. Snacks für 16 EUR? Sekundenschlaf.

14.45: Malta.

Alpine Court – 1 und 2

Die schwüle Hitze trifft mich wie eine Wand. Hole mein Gepäck und nehme ein Taxi, das mich nach einer selbstmörderischen Fahrt zum Alpine Court bringt. Zum falschen natürlich.

Ich klingele an einem namenlosen Schild, und die Haustür öffnet sich. Ich gehe nach oben, bis ich eine offene Wohnungstür sehe. Niemand da. Ich rufe hinein. Keine Antwort. Nach einiger Zeit werde ich wohl gehört, denn eine Frau erscheint und sieht mich fragend an. Pace? Nein, das muß wohl die Wohnung darunter sein. Danke und saħħa. Einen Stock tiefer störe ich einen älteren Herrn beim Essen. Immerhin sagt der mir, daß das der andere Alpine Court um die Ecke ist. Nun denn…

Ich trete wieder in die Hitze hinaus und frage mich, ob diese ständige Sucherei aufgrund fehlender Hausnummern beliebt bei den Einheimischen ist. Da stoße ich mit einer Malteserin zusammen. Sie sieht mich fragend an. „Is there the chance that you are Jan?“ So ein Glück, daß sie gerade vom Einkaufen kommt!

So wohne ich nun bei Tanya und Joe (ihrem Mann) Pace. Das Zimmer teile ich mir mit Andrea, einem Erasmus-Studenten.

— FORTSETZUNG FOLGT —

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