In der Nacht auf Dienstag träume ich, daß Osnabrück von einem Schneesturm heimgesucht wird. Tatsächlich reagiert mein Gehirn auf den Wind, der seit den frühen Morgenstunden an den Scheiben rüttelt. Als ich gegen 7 Uhr aufwache, ist es merkwürdig dunkel. Der Himmel draußen ist ockerfarben — eine riesige Gewitterwolke hängt über uns. Und dann geht es auch schon los. Innerhalb kürzester Zeit geht ein Schauer nieder, daß sich die Straßen draußen in einen kleinen Fluß verwandeln (siehe Foto). Beim Frühstück fällt Agatha, eine der Spanierinnen, fast vom Stuhl, als irgendwo zwei Häuserblöcke weiter der Blitz einschlägt. Der Donnerschlag ist jedenfalls so gewaltig, da wir die Erschütterung spüren und irgendwo in der Nachbarschaft die Alarmanlage eines geparkten Autos losgeht. Die armen Leute, die jetzt zur Arbeit oder — wie Christoph, Philipp (die Österreicher) und Andrea (Italiener) — zum Sprachkurs müssen. Ich Glückspilz bleibe mit meinen Büchern zuhause.
Gegen 14 Uhr nachmittags klart es wieder auf, und ich mache mich auf den Weg, Vokabelkarten zu kaufen. Komischerweise gibt es die nirgendwo. Da werde ich morgen mal im Kopierladen nahe der Uni nachsehen. Wieder zuhause arbeite ich weiter an der maltesischen Grammatik. Abends nach dem Essen machen sich die Österreicher zu ihrem letzten abendlichen Ausflug auf. Bereits um 4h des nächsten Tages werden sie wieder aufstehen müssen, um ihren Flug zu erwischen. Die Armen (ganz zu schweigen von unserer Gastmutter). Tippe meine 6 DIN-A-4-Seiten Vokabeln in eine Textdatei ein, um sie elektronisch zu sortieren. So schließe ich doppelte Vokabelkarten aus. Bereits um 21.30h fallen mir die Augen zu. Gute Nacht!
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