Erster „Arbeitstag“. Ich schaffe noch nicht viel, arbeite zum wiederholten Male Passagen des Buches „Word“ durch und lege es schließlich beiseite. Dann überlege ich mir, was für Aufnahmen ich wo und mit wem durchführen könnte. Auch Rays Ideen für Archive (die des maltesischen Uniradios, des Parlaments und des Fernsehens) kommen auf die Liste.
Als ich mein „Pausenbrot“ auf dem Platz der Uni zu mir nehme, kommen zwei Katzen heran und miauen mich an. Interessant: Die ganze Woche davor habe ich an dieser Stelle gegessen, wurde aber nie dabei gestört. Jetzt aber geht der Unibetrieb für die internationalen Studenten los. Und das wissen die schlauen Viecher offenbar… Ich lasse mich also nicht lange bitten, breche zwei kleine Stückchen meines Brotes ab und lege es den Katzen hin. Die schnuppern nur kurz daran und sehen mich dann an, als wollten sie sagen: „Das ist doch nicht dein Ernst, oder?“ – „Das ist alles, was ich habe, Freunde“, sage ich und esse unbeeindruckt weiter. Die Katzen wiederum drehen sich um und gehen. Es scheint ihnen wohl nicht so schlecht zu gehen, als daß sie sich mit Brot zufriedengeben müßten. Oder liegt es daran, daß es vegetarisch ist?
Dann geht es langsam zurück nach San Ġwann. Auf dem Weg kaufe ich mir noch eine große Flasche Kinnie, die maltesische Nationallimonade. Eisgekühlt ist dieser Trank aus bitteren Orangen DER Durstlöscher.
Zuhause lerne ich dann wieder Vokabeln, die beim Durcharbeiten einer maltesischen Grammatik (geschrieben auf Maltesisch natürlich) anfallen. Schon erstaunlich, wie die Lesegeschwindigkeit ansteigt, wenn man die ganzen unbekannten Wörter erst einmal in den Kopf geschaufelt hat. Es fängt an, mir Spaß zu machen!
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